Das Dorf Rixen - Geschichte

Das fünf Kilometer nordwestlich der früheren Kreisstadt Brilon gelegene Dorf Rixen kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Unmittelbar am "Soestweg", dem alten Handelsweg zwischen den bedeutendsten Städten des Herzogtums Westfalen Soest und Brilon gelegen, wurde der Ort urkundlich bereits am 10. Juli 1313 im Güterverzeichnis des Grafen von Arnsberg als "Richwardinchusen" erwähnt. Die Ursprünge des Ortes gehen wahrscheinlich bis in das 12./13. Jahrhundert zurück, da in einem urkundlichen Nachweis vom 12. April 1282 eine Ratsherrenfamilie (Hermannus de Richwardinchusen) in Geseke bekannt wird, als deren Ursprung wahrscheinlich Rixen angesehen werden kann. Eine entsprechende Urkunde (Nr. 16) ist im Verzeichnis des Klosters Geseke vorhanden.

Interessant für den Geschichts- und Heimatforscher ist in diesem Zusammenhang jedoch die Tatsache, daß in Urkunden des Klosters Bredelar der Ort Rixen (Richwardeshusen) bereits 1313 und 1347 zusammen mit Brilon erwähnt und auch hier der Name eines "Tilmann von Richwardeshusen" als Richter in Brilon genannt wird, wie Josef Rüther in seiner Heimatgeschichte des Landkreises Brilon 1957, Seite 369, feststellt. Es kann vermutet werden, daß hier ein (familiärer) Zusammenhang zwischen beiden Namensnennungen besteht, so daß - wenn auch nicht einwandfrei gesichert - der Ort Rixen letztlich auf eine Ansiedlung zurückzuführen ist, deren Gründungsdatum wesentlich früher liegen dürfte als die vermutlich erstmalige urkundliche Erwähnung von 1282.

Der Ort war zunächst im Besitz des Grafen von Arnsberg, wie das Güterverzeichnis aus den Jahren 1281 bis 1313 ausweist. Lehensträger der Grafen von Arnsberg war u.a. das im 14. Jahrhundert ausgestorbene Geschlecht der Grafen von Honrode, die aus der Nähe von Soest stammten. Auf diesen Lehensträger ist auch das Wappen zurückzuführen, da im Siegel des Theodericus den Honrodhe von 1250 ein Kranz aus fünf Rosen erscheint. Die Wappenfarben Blau und Silber dokumentieren die Lehenshoheit der Grafen von Arnsberg (Wappenbeschreibung und Genehmigungsurkunde vom 23.02.1954: In Blau fünf kranzweise gestellte silberne Rosen mit roten Butzen und Kelchblättern). Der Zehnte gehörte zum Briloner Zehnten des Patroklistifts in Soest, den 1341 Briloner Bürger, 1365 das Kloster Bredelar in Pacht hatten. 1360 machten auch die Herren von Scharfenberg Zehntrechte geltend, wie Bruns in den "Scharfenberger Quellen" Nr. 26 ausführt. Es dürfte sich hier um den Hof gehandelt haben, der heute im Besitz von Franz Müller - früherer Schultenhof - ist und der auch noch heute kirchlich als einziger zur Pfarrei Scharfenberg gehört. Im 16. Jahrhundert finden sich dann Padberger Afterlehen, die wiederum an Briloner Bürger ausgegeben waren.

Rixen scheint im 16. Jahrhundert verlassen gewesen zu sein. Rüther führt hierzu aus, daß "Rixen 1482 wüst war, zur Briloner Mark gehörte und alle dort besäten Äcker nach Soest zehntpflichtig wegen der Briloner Kirche" waren. Die erneute Besiedlung erfolgte Anfang des 16. Jahrhunderts. Das Schatzungsregister für das Herzogtum Westfalen weist 1563 "Rixenn das neuwdorf" mit nur drei Steuerzahlern aus (der Apenman, Heinrich Pungell und Hanns Schroeder); zwei Familien werden als arm bezeichnet und unterlagen keiner Steuerpflicht (Wilhelm Bröckelmann und der Delbrugger). Bruns schätzt in seinem Buch "Amt Thülen" die Zahl der Seelen zu diesem Zeitpunkt auf 25 und für 1565 auf 35 in der Annahme, daß pro Haus fünf Einwohner gerechnet werden können.

In den folgenden Jahrzehnten sind - so weisen viele urkundliche Belege aus - Güter aus Rixen von verschiedenen Seiten annektiert bzw. erworben worden. Wesentlichen Besitz hat letztlich die Stadt Brilon mit drei Meiergütern 1595/1694 erworben. Der Dreißigjährige Krieg 1618 bis 1648 zwang die Einwohner von Rixen 1634 erneut, ihren Besitz und das Dorf zu verlassen. Rixen lag 18 Jahre wüst und war nicht bewohnt. Erst 1652 haben sich wieder drei Hausleute angesiedelt, während früher dort sechs Vollspannhöfe waren. Nach und nach scheint sich der Ort dann wieder zu einem gesunden Gemeinwesen mit einer ordentlichen Vieh- und Ackerwirtschaft entwickelt zu haben. Im Jahre 1837 wohnten in 17 Häusern 106 Einwohner; ihre Zahl stieg bis 1853 auf 159 Einwohner. Danach ging die Zahl der Einwohner wieder zurück und betrug im Jahr 1994 noch ca. 115. Heute leben ca. 140 Einwohner in Rixen.

Der Ort Rixen war bis zum Jahre 1826 politisch selbständig. Im Jahre 1826 wurde Rixen dann mit der Ablösung des Schultheißen Nolte verwaltungsmäßig der Bürgermeisterei Brilon zugeschlagen. Im Jahre 1837 wurde die Bürgermeisterei Brilon aufgrund der 1831 in Kraft getretenen neuen Städteordnung aufgelöst und Rixen der Bürgermeisterei Thülen zugewiesen. Dieser Bürgermeisterei - später Amt Thülen - gehört die Gemeinde bis zur kommunalen Neugliederung am 01. Januar 1975 an. An diesem Tage verlor Rixen die politische Selbständigkeit und wurde in die Stadt Brilon als Stadtteil eingegliedert.